Problem Barrel Fouling
Wenn über bleifreie Jagdgeschosse diskutiert wird, taucht auch oft das Schreckgespenst des „Barrel Fouling“ auf. Da wird dann heiß diskutiert, oft mit Halbwissen und ohne dass die Fakten bekannt sind. Nachfolgend wollen wir einmal die Diskussion durch Wissen und Fakten versachlichen.
Was ist Barrel Fouling?
Um es vorweg zu nehmen, Barrel Fouling ist etwas vollkommen Normales. Man könnt natürlich auch Geschossabrieb oder Laufablagerungen dazu sagen, aber dann würde sich das Ganze ja lang nicht mehr so schlimm anhören.
Beim Schuss wird, egal ob bleifrei oder bleihaltig, ein Geschoss durch einen Lauf getrieben, wobei der Laufdurchmesser deutlich kleiner ist als der Geschossdurchmesser. Und das mit Drücken die, je nach Kaliber, zwischen 3000 und 4400 Bar liegen. Dabei bleibt Abrieb der Geschossoberfläche im Lauf zurück. Dieser Abrieb muss regelmäßig entfernt werden, da er sonst negativen Einfluss auf die Präzision der Waffe hat. Das ist wie gesagt vollkommen normal und seit weit über 100 Jahren Allgemeinwissen.
Wo liegt die Gefahr des Barrel Fouling?
Vereinfachend kann man sagen, dass je weicher das Geschossmaterial ist und je größer die Fläche ist, mit der das Geschoss im Lauf anliegt, desto größer ist der Abrieb. Mit jedem Schuss baut sich Abrieb im Lauf auf. Jeder weitere Schuss baut eine weitere Schicht Abrieb auf. Dies führt dazu, dass der Lauf immer enger wird. Wir reden zwar nur von hundertstel Millimetern, aber da der Lauf technisch bedingt ja enger ist als der Geschossdurchmesser, fängt der Durchpresswiderstand, wenn der Lauf jetzt durch die Ablagerungen noch enger wird, natürlich an zu steigen. Wenn das Geschoss, von den heißen Gasen des verbrennenden Pulvers angetrieben, nicht mehr so leicht durch den Lauf gepresst werden kann, so steigt auch der Gasdruck. Ist der Lauf durch die Ablagerungen stark verengt so kann der Gasdruck so weit steigen, dass er die Waffe sprengen kann. Dies zieht bei Büchsen schwere bis tödliche Verletzungen nach sich.
Wo liegt das Problem bei bleifreien Geschossen?
Zunächst ist es vollkommen falsch, von einem Problem bei den bleifreien Geschossen zu sprechen. Praktisch alle Geschosse, bleihaltige wie bleifreie, hinterlassen Geschossabrieb im Lauf. Aufgrund der Konstruktion bleihaltiger Geschosse (Mantelgeschoss) ist der Abrieb dort aber so gering, dass es selbst bei putzfaulen Vielschießern nicht zu Problemen kommt.
Bei bleifreien Geschossen hingegen fehlt der Bleikern, wodurch es zu stärkerem Abrieb kommt, da sich die Geschosse nicht so leicht an das Laufprofil anformen können. Darüber hinaus sind manche bleifreien Geschosse aus relativ weichem Material gefertigt, wodurch es auch noch mal zu verstärktem Laufabrieb kommt. Dies kann – wie gesagt nur bei manchen bleifreien Geschossen – dazu führen, dass bereits nach wenigen Schuss (ca. 20 – 30) der Gasdruck so stark anfängt zu steigen, dass er die gesetzlich zugelassenen Grenzen überschreitet.
Wie sieht es bei den bleifreien BRENNEKE Geschosse aus?
BRENNEKE bietet ja zwei vollkommen unterschiedlich konstruierte Typen von bleifreien Geschossen an. Unser TAG ist wie praktisch alle anderen bleifreien Büchsengeschosse ein sog. monolithisches Geschoss, also ein Geschoss das nur aus einem Material besteht. Damit es beim Einpressen in das Feld-Zug Profil des Laufes nicht zu überhöhten Gasdrücken kommt und um den Geschossabrieb im Lauf zu verringern, verfügt das TAG, wie praktisch alle monolithischen Geschosse über sogenannte Führungsbänder, Führungsringe oder Rillen. Darüber hinaus hat das TAG aber als einziges Jagdgeschoss zusätzliche eine molybdändisulfid Beschichtung (MoS2), die dem Geschoss seine grüne Farbe gibt. Diese ist bei Long Range Schützen seit Jahrzehnten bekannt und beliebt, da sie den Geschossabrieb stark vermindert. Des weiteren setzt BRENNEKE Treibladungsmittel mit speziellen Additiven ein, die den Aufbau von Laufablagerungen verhindern (Infos zum Additiv). Diese Maßnahmen sorgen dafür, dass Barrel Fouling beim TAG keinerlei Problem darstellt. In einer aufwendigen Versuchsreihe wurde das TAG aus einem Messlauf verschossen und der Gasdruck dabei gemessen. Egal ob man schnell hintereinander, ohne zu kühlen schießt (wie im Schießkino) oder über einen längeren Zeitraum immer nur einen Schuss aus der kalten Waffe abgibt (wie auf der Jagd), die Versuchsergebnisse zeigen, dass es beim TAG zu keinerlei Gasdrucksteigerung kommt. Während die Patronen mancher Mitbewerber bereits nach gut 20 Schuss den maximal zulässigen Gasdruck (PTmax) überschritten, zeigte das TAG selbst nach 50 Schuss immer noch vollkommen normale Werte.
Unsere anderen bleifreien Geschosse - TIG nature und TUG nature - hingegen sind ja schon aufgrund ihrer Konstruktion gegenüber Barrel Fouling vollkommen unanfällig. Es handelt es sich nämlich um die weltweit einzigen bleifreien Mantelgeschosse. Und Mantelgeschosse sind gegenüber Barrel Fouling von vorne herein deutlich unanfälliger als monolithische Geschosse. Noch entscheidender ist aber das TIG nature und TUG nature über den seit über 100 Jahren bewährten Kupfer-Nickel (CuNi) plattierten Mantel ihrer bleihaltigen Geschwister TIG und TUG verfügen. Wer schon einmal TIG/TUG geschossen hat, weiß dass aufgrund der hervorragenden Gleiteigenschaften der CuNi Plattierung auch bei hohen Schusszahlen der Lauf im Vergleich zu anderen Mantelgeschossen praktisch gar nicht zuschmiert. Darüber hinaus kommen auch bei unseren nature Geschossen die Treibladungsmittel mit Additiv zum Einsatz (Infos zum Additiv). So zeigt aus das TIG nature im Versuch selbst nach 50 Schuss immer noch vollkommen normale Werte.
Zusammenfassung
Es bleibt festzuhalten, dass Barrel Fouling bei manchen bleifreien Büchsengeschossen anderer Hersteller schon nach wenigen Schuss zu gefährlichen Gasdrucksteigerungen führen kann, die sogar zur Waffensprengung führen können. Bei allen bleifreien BRENNEKE Geschossen (TIG nature, TUG nature, TAG) und natürlich auch bei den bleihaltigen BRENNEKE Geschossen (TIG, TUG, TOG) hingegen ist Barrel Fouling kein Problem. Seit über 116 Jahren verlassen sich Jäger weltweit auf BRENNEKE Patronen. Und auch bei unseren bleifreien Patronen haben Sie die Sicherheit, dass Sie eine waidmännisch wie technisch optimale Patrone verschießen.